Freitag, 31. Oktober 2014

Ich streike!

19. Oktober
Hallo meine Lieben,
wahrscheinlich war es einfach eine blöde Idee von mir genau an diesem Wochenende nach Hause zu fahren. Der freie Donnerstag und Freitag war aber zu verlockend für mich und bei all diesem noch herrschenden Chaos und der Ungewissheit über den nächsten möglichen Termin, war ich froh über ein paar Tage bei meinen Eltern.
Fernbusse fahren auf meiner Strecke leider viel zu selten und zu unmöglichen Zeiten, auf Mitfahrgelegenheiten aus dem Internet wollte ich auch verzichten, Mama sagt den Kindern nicht ohne Grund, sie sollen nicht zu Fremden ins Auto steigen, also wollte ich mit der etwas teueren Bahn auf Nummer sicher gehen. Ich naives Ding!
Schon am Mittwoch stand ich in Karlsruhe und wartete und wartete. Die Auskünfte aus dem Internet waren schlicht und ergreifend falsch, die DB App funktionierte eh auch schon lange nicht mehr und so blieb mir nur die Geduld.
Glücklicherweise sollte der Streik aber Donnerstag um 4 Uhr vorbei sein und so verlief meine Reise problemlos. Freitags kam der Schock: schon wieder Streiks am Wochenende, egal was passieren würde, am Montag würde ich um 8 Uhr in meiner ersten richtigen Vorlesung sitzen müssen, sonst würde mein Anspruch auf einen Platz in diesen Kursen verfallen.
Also fragten wir am Bahnhof nach welche Züge fahren würden, meine Verbindungen sollten alle statt finden. Sollten. Heute Nachmittag hieß es am Gleis und an den Automaten, dass der erste ausfallen würde. Niemals hätte ich gedacht, dass ein banaler Streik so viele Emotionen in mir auslösen würde. Panik, Wut und Aggressivität waren nur wenige davon. Ein Mann, der später auch von Nürnberg nach Karlsruhe musste, versuchte mich zu beruhigen.
Jetzt sitze ich genervt und ohne einen Plan im ersten Zug, der nun doch fährt. Ich bin nur eine von unendlich vielen, die betroffen sind.
Mein IC Bus von Nürnberg nach Mannheim fährt zum Glück auch. Das angepriesene WLAN funktioniert nicht und wir stehen im Stau. Um zwei Minuten verpasse ich deshalb meinen Zug nach Karlsruhe. Wie schön wäre jetzt ein Auto... Bis zur nächsten Fahrt warte ich noch zwei Stunden am Bahnhof.

22. Oktober
Mein Studium wird zum Fernstudium. Statt einer Vorlesung gibt es nur ein Video eine online-Lektion, die man verfolgen muss. Das wird noch lustig bis ich in meine Wohnung kann. Achja, ich muss mich unbedingt mit ein paar Kommilitonen, zwecks gemeinsamer Projekte, in Verbindung setzen, dabei kann ich sie nicht mal auf FB einladen...

23. Oktober
Paradise Oskar hat Geburtstag und ich kann ihm nicht mal via Facebook gratulieren.

24. Oktober
Zwei Stunden lang drucke ich Unterlagen für die Schule aus, dann ist die Tinte leer. Nach einer halben Stunde kann ich endlich einen Onlineshop für Patronen öffnen und welche bestellen.
Ich brauche Büroklammern! Woher bekommt man die? In diesem Dorf gibt es keine und in Karlsruhe kann ich erst wieder am Dienstag einkaufen gehen.

25. Oktober
Ich habe ernsthaft von Büroklammern geträumt. Dass mich das Thema so sehr beschäftigt, hatte ich nicht erwartet.

26. Oktober
Mein Schatz lässt mich wieder an seinen PC, er ist doch der Beste.

27. Oktober
Nach 30 Minuten laden lese ich eine Mail, dass meine Tintenpatronen nicht geliefert werden. Ich drehe durch, jetzt kann ich nicht mal mehr die Sachen ausdrucken, die ich für die Schule brauche. Ich muss wohl woanders welche bestellen.

28. Oktober
Tinte ist bestellt und müsste morgen kommen, genau wie ein paar Bücher, die offiziell schon vor einer Woche geliefert wurden. Büroklammern hab' ich jetzt übrigens.
Anstatt mit meinem Schatz zu kuscheln bin ich gerade an seinem PC und bestelle Bücher.
Es kommt eine SMS, dass ich meine Kontoeinstellungen fürs Handy ändern muss. Alles online natürlich, wollte ich nächste Woche am Computer machen, aber dann ist es zu spät. Während des Wechsels habe ich nicht mal mehr Internet auf dem Handy, müsste aber dringend meine Sachen für die PH erledigen. Meine Hausaufgaben muss ich im Internet hochladen, die Skripte herunter.

31. Oktober
Meine Bücher sind nicht da, die Tinte auch nicht, zum Glück kam heute eine Entschuldigungsmail, dass sie nicht liefern können. Dann eben nicht. Erstaunlicherweise ist mein Internet heute richtig gut, ich kann sogar ein paar Mails schreiben. Meine Mama wird sich freuen, wenn sie das nicht wieder per Fernerklärung für mich machen muss.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Der Selbstversuch

Hallo meine Lieben,
um ehrlich zu sein war ich in den letzten Tagen oft kurz vor einem Punkt, auf den ich nicht stolz bin. Mit anzusehen wie fast drei Jahre Arbeit den Bach runter gehen, nur weil ich nicht online gehen konnte, tut weh. Aber schließlich ist es verständlich, dass kein Internet mit keinen neuen Posts und keinen Lesern gleichzusetzen ist. Gestern wurde das Bonbon schließlich zum Thema zwischen meinem Freund und mir, dass es hier weiter geht, habt ihr zu allererst ihm zu verdanken. Ich sitze gerade an seinem PC, während er selbstlos Fußball schaut, um mich bloggen zu lassen. Ich ging vor einer halben Stunde mit dem Gedanken an den PC, das Bonbon ein letztes Mal zu öffnen, meinen Ich bin weg, es lohnt sich nicht mehr-Post zu schreiben, da ich mit einer Klickzahl weit unter 50 für die vergangenen Tage rechnete, aber ich hatte die Rechnung ohne euch gemacht. Es war dumm zu glauben, dass ihr mich nach einem Monat Auszeit hängen lasst. Ihr seid die Allerbesten <3
Und jetzt, jetzt bin ich einfach nur glücklich, dass es sich eben doch noch lohnt, dass ich mein liebstes Hobby, meine Passion nicht auf solch eine blöde Weise verliere, aber kommen wir erst einmal zu meinem vier wöchigen Test.
Dass ich diesen Post auf einem Blog veröffentliche ist pure Ironie, denn seit gut drei Wochen lebe ich ein sehr unkonventionelles Leben und bin somit Mittelpunkt eines ziemlich nervenaufreibenden Selbstversuches.
Kein Auto, kein Fernsehen, kein Internet. Wer von euch könnte sich solch ein Leben vorstellen? Aus dem Hintergrund höre ich schon wieder die Stimmen, dass dies vor hundert Jahren schließlich auch möglich war und die Menschen deshalb kein großartig schlechteres Leben hatten. So dachte ich bis vor ein paar Wochen auch.

Montag, 20. Oktober 2014

Der kleine Edward

Hallo meine Lieben,
schon als ich in Hamburg war, stieß ich beim Durchstöbern eines Buchladens auf die Memoiren des kleinen Edwards. Das verheißungsvolle Tagebuch eines Hamsters, dem Zeit seines Lebens kein Gehör verschafft wurde. Gekauft hatte ich es dort aber nicht, weil mein Geld am letzten Tag der Reise relativ knapp wurde und ich mir lieber eine Notreserve aufsparen wollte.
Letzten Donnerstag war ich wieder auf Büchertour und neben zehn Exemplaren, die ich für die PH lesen muss, wollte ich endlich auch ein Buch zum freiwillig Lesen und vor allem als Zeitvertreib für meine anstehende vier stündige Zugfahrt. So lange brauchte ich für die Lektüre aber nicht und hatte sie von Karlsruhe bis Stuttgart durch.
In seinem Tagebuch beschreibt oder verarbeitet Edward wie jeder andere auch das Erlebte. Ob das erste Zusammentreffen mit der Katze oder seinem Artgenossen Wolf, Edward nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt unverblümt aus dem Nähkästchen. Wer die harte Kritik eines Hamsters nicht wegstecken kann, sollte lieber in einem anderen Buch schmökern, denn Edward lässt seinen Gefühlen freien Lauf, auch, als er einen tragischen Schicksalsschlag erleidet.
Nicht jeder mag diese Art Humor, ich mag die Lebensgeschichte des Edwards sehr. Von mir gibt es fünf Daumen nach oben. Edward, meine Gedanken sind bei dir!


Samstag, 18. Oktober 2014

Tick---Tack---Tick---Tack

Hallo meine Lieben,
schon während meines Finnland Urlaubs war ich auf der Suche nach einer hübschen neuen Uhr. Leider waren sie entweder zu teuer oder zu groß. Da ich sehr schmale Handgelenke und winzige Hände habe, sind die meisten Armbänder schlichtweg zu groß. Irgendwann im August entdeckte ich den Onlineshop shipgratis.eu und wollte dort mein Glück versuchen, relativ schnell wurde ich fündig und bei diesen günstigen Preisen ist schließlich auch nicht viel Verlust gemacht, falls mir das Modell nicht gefällt.
In der Bestätigungsmail war von einer Lieferzeit von 15-25 Tagen die Rede. Da ich die Uhr nicht dringend brauchte, war das kein Problem für mich. Ich wartete und wartete. Ungefähr 30 Tage nach der Bestellung stand mein Umzug vor der Tür, von der Uhr aber weit und breit noch nichts in Sicht. An Tag 35 kam eine SMS von Mama "Deine Uhr ist angekommen ;)". Beim Telefonieren meinte sie, auch diese Uhr sei viel zu groß für mich, das Ziffernblatt fast größer als meine Hand. Ich war gespannt und musste bis zum Heimatbesuch weitere zehn Tage auf mein Schmuckstück warten und heute -man mag es kaum glauben- halte ich es endlich in der Hand.



Auf den ersten Blick bin ich richtig überrascht. Die Uhr sieht wirklich gut aus, sie hat überhaupt nichts von diesem Billig-Modeschmuck-Charme. Die Zeiger, die Stundenmarkierungen, das Gehäuse ums Ziffernblatt und der Verschluss glänzen in einem edlen Gelbgoldton. Das Armband selbst ist auch aus Metall, es hat eine feine wie geflochtene Struktur und der etwas hellere Farbton ist gut mit dem Rest abgestimmt. Auch das Ziffernblatt gefällt mir ziemlich gut, es ist nicht weiß, nicht beige und nicht golden, sondern eine Mischung daraus. Es bekommt durch fließenförmig angeordnete Rechtecke einen ungewöhnlichen 3D-Effekt, den ich sehr mag. Lediglich die schwarzen Striche, die die einzelnen Minuten markieren, sind nicht exakt aufgemalt. Teilweise sind sie etwas dicker und ungleichmäßig, das finde ich aber nicht dramatisch, da wohl selten jemand so genau auf die Uhr schauen wird. Bei meiner genauen Inspektion entdeckte ich aber noch ein kleines Highlight: wenn man die Uhr umdreht, kann man sein Spiegelbild auf der Rückseite sehen. Ob Absicht oder Zufall, praktisch ist dieser Minispiegel auf jeden Fall. Leider kann ich euch nicht sagen, wie das Gehäuse zum Batteriewechsel geöffnet wird. Normalerweise müsste das ja gehen, aber ich sehe keine Möglichkeit, werde mich in den nächsten Tagen darum kümmern und etwas nachtragen, falls es Neuigkeiten gibt.
Die ganze Verarbeitung ist sehr sauber und filigran und auch das Armband fühlt sich angenehm am Handgelenk an. Es gibt nur ein einziges wirkliches Manko an dieser Uhr: Sie ist mir zu groß. Dafür kann der Hersteller natürlich nichts, aber nach der langen Wartezeit finde ich es relativ blöd. Da das Armband aus Metall besteht kann ich auch kein weiteres Loch reinmachen. Tragen werde ich sie trotzdem, muss nur aufpassen, dass ich sie nicht verliere... Sie ist für Handgelenkumfänge ab 16 cm geeignet. Schade, dass ich da immer so ein Pech habe...
Wie gefällt sie euch und bestellt ihr auch ab und zu in Onlineshops? Es sind ja nicht nur die langen Lieferzeiten, die manchmal negativ auffallen...

Dienstag, 7. Oktober 2014

Tag 5

Hallo meine Lieben,
seit fünf Tagen nenne ich ein kleines Dorf in Baden-Württemberg mein Zuhause. Nach meinem eher nicht so guten Start hat sich einiges getan und das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten (außerdem sind meine ganzen Blogger Sachen irgendwo verstreut und zum großen Schreiben komme ich auch kaum.)
Mein Sonntag lief etwas anders ab als geplant. Obwohl ich um 8 wach war, verbrachte ich noch gut zwei Stunden im Bett. Wäre ich nur früher aufgestanden, denn in der Küche wartete schon die große Frühstückstafel auf mich, liebevoll von Oma gedeckt und das, obwohl ich eigentlich gar nicht frühstücke... Lecker war es trotzdem. Nach einer ganzen Weile im Bad und genau so lange vor dem Fernseher, trudelten auch wieder Oma und Opa aus der Kirche ein, sowie kurz darauf Omas Freundin, die den Tag mit uns verbringen wollte. Insgeheim musste ich bei ihrem Anblick an meine beste Freundin denken.
Es ging zu einer Veranstaltung in die prall gefüllte Turnhalle, meinem Cousin hatte ich einige Minuten vorher zum Fußball abgesagt, weil ich Opas Auftritt nicht verpassen wollte... Mit meinem Sitznachbar in der Turnhalle verstand ich mich ganz gut, anscheinend sollte ich ihn, sowie dutzende Andere, die ich an diesem Tag kennen lernte, schon kennen, tat es aber nicht. Trotzdem hatte ich sehr viele interessante und schöne Gespräche, allein sein werde ich hier auf jeden Fall nicht, da bin ich mir sicher. Nach dem 1a Auftritt meines Opas wollte ich mich eigentlich endlich mit meinem Liebling treffen, der war aber leider aufgrund mysteriöser Umstände nicht dazu fähig. Leicht angesäuert startete ich in den Abend, mit dabei meine zuckersüße 4-jährige Cousine, die mich bestens unterhalten hatte.
Am Montag ging es euphorisch weiter, ich wollte endlich einmal die PH suchen, nicht, dass ich am Samstag ohne Orientierung in der Stadt stehe. Europaplatz war also mein angestrebtes Ziel und von dort aus wollte ich mich durchfragen, deshalb schnappte ich mir gleich beim Aussteigen den ersten Kandidaten. Gerade aus, links, rechts und schon sollte ich dort sein. Wenige Minuten später war ich zuerst in einem Ausländerviertel, danach in einem menschenleeren Bezirk, von einer PH war weit und breit nichts zu sehen, Versuch 1 war gescheitert und auch mein zweiter Versuch ein paar Stunden später endete in einem Orientierungschaos, die PH hatte ich dieses Mal zwar gefunden, dafür den Weg zurück nicht mehr...
Heute klingelte mein Wecker um 5:45 (ja, ich bin irgendwann wieder zuhause angekommen). Probearbeiten... Lasst uns das vorerst mal so stehen, ich bin nach wie vor auf der Suche nach einem Nebenjob in Karlsruhe. Nachhilfe wäre auch super, das könnte man bei Interesse auch via Skype und Mail machen. Bei Interesse einfach melden.
Ohje, man merkt wie müde ich bin, so viel Sinn steckt in diesem Post wirklich nicht... Aber bevor ihr euch Sorgen macht, wollte ich sagen, dass alles gut ist.
Gute Nacht ihr Hübschen.
Ist jemand von euch auch gerade erst umgezogen und total orientierungslos?


Samstag, 4. Oktober 2014

Wort des Monats 10/14

Hallo meine Lieben,
egal wie oft ich diesen Post schon angefangen hatte, die Sätze verändert oder umgestellt, es wurde einfach nichts, weil das, was ich fühlte und das, was ich schrieb nicht im Einklang miteinander waren.
Vor sechs oder sieben Wochen ging es mir genau so wie jetzt. Ich hatte eine Absage der PH bekommen und war am Boden zerstört. Mein großer Wunsch nach Karlsruhe zu gehen, schien geplatzt. Tränen flossen in Strömen.
Heute, eine Zusage später sitze ich in der Nähe von Karlsruhe und es geht mir wie damals. Ich wusste, dass meine ersten Tage hier nicht leicht werden würden, aber damit hatte ich nicht gerechnet. In meine Wohnung kann ich noch nicht, zum ersten November sollte es auf jeden Fall klappen, doch auch daran habe ich noch Zweifel. Mein Hab und Gut ist teilweise schon in der Wohnung, teilweise in Bayern und teilweise in meiner Notunterkunft bei meinen Großeltern. Einen Überblick sowie meine Zugangsdaten für die PH habe ich noch nicht. Der Grund warum ich hier bin hat erst morgen Abend Zeit, meine Eltern, die tollsten der Welt, schon seit heute weg. Es ist ein komisches Gefühl hier zu wohnen, wo sie herkommen, aber das ohne sie. Obwohl ich hier eine riesige Familie um mich herum habe, bin ich das kleine Mädchen, das ohne Mama und Papa Angst hat. Pure Angst vor den anderen Studenten, die wie es scheint alles ein paar Jahre älter sind, und vor allem Neuen. Vor der Stadt, vor den Menschen, vor der PH, vor dem Alleinsein, vor mir.
Ich glaube, das alles gehört dazu und muss so sein. Irgendwie wäre es ja grausam, wenn man sich ohne eine Träne von den beiden Menschen lösen könnte, die einem das Leben ermöglichten und bis heute tun. Die immer da waren und auch immer da sein werden, wenn auch nur über Skype.
Egal wie sehr man dem A U F B R U C H entgegen fiebert, die Medaille hat immer zwei Seiten...

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Pause

Hallo meine Lieben,
gönnt mir bitte eine kleine Pause, mein Leben geht drunter und drüber & mir fehlt einfach der Kopf zum Schreiben. Wenn das Internet mitmacht bin ich ab Anfang nächster Woche wieder für euch da. Wort des Monats wird übrigens Aufbruch.
In Liebe,